True Criminology

Kriminalität ist Grusel und Faszination zugleich. Ein Übermaß an Kriminalität wird häufig als Zeichen von Staatsversagen und einer gestörten sozialen Ordnung gesehen. Zugleich dient Kriminalität zur Unterhaltung: True Crime Formate stellen reale Kriminalfälle dar. Aber vermitteln diese Formate wirklich ein realistisches Bild von Kriminalität? Sicher nicht. Insbesondere durch die Schwerpunktsetzung auf schwere Gewalt- und Sexualdelikte tragen sie wohl eher zu einer verzerrten Wahrnehmung von Kriminalität bei.
Der Podcast von Dr. Nicole Bögelein, Universität zu Köln, und Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, will das Interesse an Kriminalität aufgreifen und die Diskussion mit wissenschaftlichen Erkenntnissen anreichern.
In ihrem zweiwöchentlich erscheinenden Podcast True Criminology vermitteln sie grundlegende Ergebnisse der Kriminologie. Dabei geht es nicht um die Darstellung oder Aufarbeitung einzelner Fälle, sondern um die grundlegenden kriminologischen Fragen: Wie normal ist Jugenddelinquenz? Passieren Sexualdelikte eher im verlassenen Park, im Straßenkarneval oder in den eigenen vier Wänden? Und warum bereiten uns dunkle Ecken Angst, auch wenn dort nichts zu befürchten ist?
Der Podcast richtet sich dabei ein interessiertes Publikum, Fachwissen wird nicht vorausgesetzt: Neugier genügt!

True Criminology

Neueste Episoden

Gruppenvergewaltigung

Gruppenvergewaltigung

24m 36s

Vor allem die AfD bringt immer mal wieder das Thema Gruppenvergewaltigung in Deutschland als kriminalpolitisches Thema ein. Dabei zieht sie eine enge Verbindung zu Migration. In dieser Folge gehen wir anhand eines Antrags der AfD-Fraktion im NRW-Landtag der Frage nach, was über dieses Phänomen bekannt ist und inwiefern in dem Diskurs etablierte Narrative bedient werden.

Zum Nachlesen: Wollinger, G. R. (2026). Gruppenvergewaltigung im politischen Diskurs. Kriminologi-sche Einordnung einer migrationspolitischen Problemdeutung. Kriminalistik, in press.

Gefängnis, Geld & Arbeit: Ersatzfreiheitsstrafen in Berlin

Gefängnis, Geld & Arbeit: Ersatzfreiheitsstrafen in Berlin

23m 14s

Trotz vielfältiger Bemühungen, eine Inhaftierung wegen einer
Geldstrafe zu vermeiden, gelangen immer noch viele Menschen in die
sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe. Das Projekt EFS-SEP hat Daten dazu
untersucht; wir stellen die Studie hier vor.

Der Bericht zu dieser Folge findet sich hier:

Meier, Jana & Bögelein. Nicole (2026): Die Vermeidung von
Ersatzfreiheitsstrafen in Berlin – unter besonderer Berücksichtigung
schwer erreichbarer Personen. Universität zu Köln. 31.03.2026
https://kups.ub.uni-koeln.de/80278/

Cum-Ex-Skandal

Cum-Ex-Skandal

30m 7s

In dieser Folge geht es wirklich mal um ein wahres Verbrechen: Der größte Steuerbetrug der Bundesrepublik steht im Fokus dieser Folge. Dabei betten wir den Fall in den Bereich der „Kriminalität der Mächtigen“ ein und stellen das Buch von Anne Brorhilker vor.

SKiD-Befragung

SKiD-Befragung

20m 30s

Dunkelfeldbefragungen geben einen guten Einblick in die Kriminalitätslage. Das Bundeskriminalamt hat vor kurzem eine neue Befragung vorgestellt: Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD). In dieser Folge stellen wir die Kernbefunde vor.