Kidfluencing
Shownotes
Kinderarbeit ist verboten. Auch im Internet? Was ist bekannt über die
Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, wenn ihr Leben - meist durch
die Eltern - zu weiten Teilen im Netz abgebildet wird? Und was hat das
überhaupt mit Kriminologie zu tun? Das erfahrt ihr in dieser Folge.
Quellen:
Rohde-Abuba, C. (2025). „Ich weiß, wo du wohnst, lass uns Freunde
sein“: Erfahrungen von Kidfluencer: innen mit digitaler Gewalt.
Kriminologie - Das Online-Journal | Criminology - The Online Journal,
4(7), 476-490. https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2025.4.3
https://www.tagesschau.de/kultur/kidfluencer-ausbeutung-in-social-media-100.html
https://ifak-kindermedien.de/theorie-und-praxis/wissensvermittlung/kidfluencer/
Transkript anzeigen
00:00:13: Herzlich willkommen bei True Criminology, dem Kriminalogie Podcast.
00:00:18: In diesem Podcast widmen wir uns aktuellen krimiologischen Themen.
00:00:22: Wer mehr zu Ausmaß, Hintergründen und Ursachen von Kriminalität erfahren will, hört gerne noch mal in die Folgen eins bis zweinfünfzig rein.
00:00:30: Oder blättert mal in unser vor kurzem erschienenes Buch True Criminology – Mythenfakten-Hintergründe beim Diezverlag erschienen!
00:00:38: Ich bin Gina Wollinger, Soziologin & Kriminologin an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NAW
00:00:44: Und ich bin Nicole Bögelein, Sociologin&Kriminologin An der Universität zu Köln.
00:00:49: Sein Kind aufwecken, im Bad fertig machen anziehen mit ihm Frühstücken und dann auch noch das Pausenbrot vorbereiten.
00:00:55: Das ist für Eltern so was von alltäglich dass wahrscheinlich die wenigsten davon irgendwelche Fotos in ihren Fotoalpen haben weil sie weder die Zeit haben noch die Muße sich da eine Kamera zu holen.
00:01:07: Bei Kidfluencer-Innen ist das etwas anderes.
00:01:11: Da wird in den sozialen Medien wirklich jedes dieser Details perfekt ausgeleuchtet und mit der Community geteilt.
00:01:19: Der Punkt ist, Kidfluencer sind Kinder und die entscheiden natürlich in diesem jungen Alter nicht selber ob sie ihr Leben teilen wollen.
00:01:27: Sondern das machen die Eltern!
00:01:29: Nicht die Eltern sondern die Kinder werden dann aber öffentlich bekannt und Menschen können sie kontaktieren.
00:01:35: also Sie werden tatsächlich öffentliche Personen und sie sind dann nicht selten auch den schlechten Seiten des Netzes mit Mobbing und Bedrohung auseinandergesetzt.
00:01:44: Es ist also eine Frage von Kinderrechten betroffen und auch die Opferwertung von verschiedenen Formen von Online-Hass.
00:01:51: Und digitaler Gewalt kann vorkommen, und dadurch wird das Thema Kidfluencer zu einem Thema das kriminologisch relevant ist.
00:01:59: Deshalb wollen wir uns das heute mal genauer anschauen!
00:02:02: Wenn Kinder bei Füllen mitspielen dann ist klar geregelt wie viel sie wann arbeiten dürfen um ihre Rechte zu schützen.
00:02:09: Bei KidfluenserInnen sieht es anders aus.
00:02:11: Was Sie machen, ist im Prinzip eine Erwerbsarbeit.
00:02:14: Durch Produktplatzierung, Exklusivverträge oder Sponsoring können sie ab zehntausend Followern schon bis zu ein tausend Euro pro Post verdienen.
00:02:23: Viele Kinder stehen dafür einige Stunden am Tag vor der Kamera.
00:02:26: Aber was heißt denn jetzt eigentlich Kitfluencer?
00:02:29: Der Begriff leitet sich aus den Worten kit und influencerab Also Influencer, das kennen wir ja alle schon so als Begriff.
00:02:38: Das muss man vermutlich gar nicht mehr so erklären.
00:02:40: Es sind Menschen die über Social Media Geld verdienen durch Werbung, Produktplatzierung und so weiter.
00:02:49: Die meisten sind sechs bis sechzehn Jahre alt und sie zeigen vor allem ihr Privatleben.
00:02:59: Teils sind Sie auch Teil eines Familienkanals, das Sie sozusagen am Rande auch noch von anderen Posts so auftauchen.
00:03:06: Die Kinder sind noch nicht geschäftsfähig wegen des jungen Alters.
00:03:08: daher werden die Kanäle normalerweise von den Eltern betrieben.
00:03:12: Die regeln auch die Geldangelegenheiten im Hintergrund Und man muss ja auch sagen selbst wenn die Kinder Posten würden wäre es ja immer noch die Verantwortung der Eltern, also in dem Alter dass sie das überhaupt irgendwie zulassen oder dem Kind Technik zur Verfügung stellen womit das Kind so etwas machen kann.
00:03:27: Also so oder so würde ich sagen haben die Eltern hier die Verantwortung und die Eltern treten insofern auch als Manager, Managerin auf und regeln meist halt den Umgang mit der Technik.
00:03:39: Nicht überraschend ist, dass es daran relativ viel Kritik gibt.
00:03:43: Also nicht nur an diesem Management sondern insgesamt an der Tätigkeit als Kidfluencerin Denn Menschen die sich mit Kinderrecht beschäftigen kritisieren das hier tatsächlich das Persönlichkeitsrecht der Kinder verletzt werden kann Das Recht auf Privatsphäre und auch der Datenschutz der Kinder weil sie eigentlich noch nicht die Möglichkeit haben das selbst zu entscheiden.
00:04:03: Es ist bislang unklar, ob Kidflancing tatsächlich Kinderarbeit ist und inwiefern man da arbeitsschutzrechtliche Vorgaben erfüllen muss.
00:04:12: Was der Fall zu sein scheint, ist dass KidflancerInnen zum Teil mehrere Stunden am Tag wirklich vor der Kamera der Eltern stehen und dann irgendwelche Unpacking-Videos machen oder eben ihren Alltag zeigen.
00:04:25: Und da relativ wenig Mitspracherecht zum Teil auch haben.
00:04:28: Wie du es gerade schon gesagt hast, eigentlich stehen hier natürlich die Eltern Aber und da gibt's jetzt so eine blöde Gemengelage von Interessen, weil sie zugleich natürlich auch diejenigen sind.
00:04:38: Die von den Einnahmen der Kinder profitieren.
00:04:40: Und das können relativ schnell auch hohe Summen sein.
00:04:43: Damit haben die dann halt widerstreitende Interessen.
00:04:44: Weil Sie auf der einen Seite ja klar ihre Kinder schützen wollen unterstellen wir mal noch das Beste für die Wolle aber auf der anderen Seite oft in unserer Welt ja das beste Für die Kinder auch mit Geld zusammenhängt.
00:04:53: also vielleicht doch die Frage ist es hilft meinem Kind nicht wenn es auch schon ein gewisses Startkapital hat.
00:04:58: uns macht vielleicht auch unser Familienleben einfacher.
00:05:01: Ich glaube, man kann sich auch noch mal so ein bisschen hinterfragen was der Unterschied ist zwischen klassischen Film- oder Werbeaufträgen.
00:05:08: Also man könnte ja sagen das gab es schon ganz lange.
00:05:11: Dass Kinder für Werbung zum Beispiel zur Verfügung gestellt werden, dass ich Windelwerbung oder so entscheiden.
00:05:15: Auch die Eltern letztendlich und verdienen ja auch mit daran.
00:05:19: aber ich glaube... Das kann man auch kritisieren, ne?
00:05:21: Aber trotzdem ist das hier nochmal eine andere Dynamik, die hier reinkommt weil das auch so im Alltag ist.
00:05:27: Und wenn man sich überhaupt mal überlegt was das gemacht hat dieses, viel immer fotografieren, dass man immer so schnell überhaupt das Handy zur Hand hat um ein Bild zu machen.
00:05:35: Dass man auch zur Alltagssituation oder besondere Situation immer auch aus einem Fotoblick so ein bisschen erlebt.
00:05:41: Jetzt könnte man ein Bild machen macht finde ich auch was mit dem Alltags erleben.
00:05:45: Und gerade auch bei Social Media, ich meine wir haben ja so ein bisschen Versuche auf Social Media.
00:05:49: Auch unsere Inhalte bekannt zu machen und da hab' ich das bei mir selbst auch schon gemerkt als wir am Anfang so angefangen haben dass man plötzlich bestimmte Situationen so... Das im Hinterkopf hat!
00:05:57: Dass man denkt ah jetzt bin ich hier bei dieser Tagung jetzt könnte ich eigentlich was könnt ihr jetzt hier aufnehmen oder wen könnte ich noch mal kurz vor die Kamera bekommen?
00:06:03: Oder so.
00:06:04: also es verändert finde ich auch so Alltags erleben, dass man alles in so einem inszenierten Blick auch irgendwo erfährt oder mit durchdenkt.
00:06:11: Also in unserem Fall nicht monetärverwerbern, wir kriegen da kein Geld.
00:06:17: Aber tatsächlich sich eben immer fragt es läuft immer so eine parallele Stimme im Kopf mit und denkt hier könnte ich jetzt vielleicht oder hier?
00:06:24: Das sieht natürlich ein bisschen Aufmerksamkeit aus der echten Situation auch raus.
00:06:27: das ist auch einer der Kritikpunkte die es hier gibt, dass ja die Kindheit eben vermarktet wird.
00:06:34: Also in Deutschland sind die Influencerinnen... Da ist das noch ein bisschen neuer!
00:06:36: Die Kid-FluencerInnen sind noch relativ jung und es gibt noch keine, die so alt sind, dass sie tatsächlich jetzt schon öffentlich auftreten und auch Kritik vorbringen aber in den USA wo es das Phänomen schon länger gibt, sind in den letzten Jahren auch einige ehemalige KidfluencerInnenden eben in die Öffentlichkeit getreten und haben genau das kritisiert nämlich, dass Sie sagen eigentlich meine Kindheit zu richtig drin war ich da, nicht weil es ganz viel Vermarktung war.
00:07:00: Und die Kinderrechtsaktivistin Sarah Flieder kritisiert auch tatsächlich überhaupt das Kind im Internet präsentiert werden.
00:07:08: Denn wir kommen gleich auf eine Studie.
00:07:10: ein Unterschied zu dem was du angesprochen hast ist ja auch wenn Kinder als Werbefigur auftreten habe ich noch nicht direkt einen Profil wo ich die kontaktieren kann.
00:07:18: aber wenn sie eben in diesen Plattformen zugegen sind, dann kann man kommentieren.
00:07:23: Dann können Leute sie beleidigen, können ihnen Kommentare schreiben und versuchen sie zu finden.
00:07:27: Das ist natürlich nochmal ein Unterschied, dass so ein Kind das ja erst mal ohne Namen auch in der Werbung auftaucht doch schwerer zu lokalisieren.
00:07:35: Und die Kinderrechtsaktivistin Sarah Flieder kritisiert auch, dass es im Netz durchaus zu sexualisierten Darstellungen von kleinen Kindern kommt.
00:07:43: Das intendieren die Eltern vermutlich will ich jetzt heute stellen gar nicht.
00:07:48: aber wenn man das eben mit einem entsprechenden Blick sehen möchte, dann kann man das auch sehen.
00:07:55: Wenn es nicht mal so weit geht, kritisiert sich aber doch auch das auch ansonsten Informationen geteilt werden.
00:08:00: Die Kinder vielleicht nicht einmal im engsten Kreis teilen möchten.
00:08:02: Ein Beispiel, dass sie nennt ist wenn von Mädchen thematisiert wird, dass ihre Periode bekommen haben.
00:08:07: Das ist ja auch eine Phase wo die man vielleicht auch erst mal ganz unsicher ist und noch nicht genau weiß, will ich das überhaupt?
00:08:12: Auch meinen Freundinnen sagen, ob ich das erstmal für mich behalten oder auch wenn man nur teilt ist, dass es gerade in Mathe nicht so gut läuft dann weiß es plötzlich auch die ganze Schule weil das Digitale is ja nicht nur diese x-tausend FollowerInnen weit weg sondern sind eben auch die Mitschüler.
00:08:24: Ich
00:08:24: hatte letztens zufällig auch auf einem Social-Media-Kanal ein kurzes Video gesehen, wo eine Mutter mit einem kleinen Kind im Auto sitzen.
00:08:31: Das Kind hat irgendwie so einen Wutanfall morgens.
00:08:34: Sie macht sich drüber lustig und es läuft eine Einhornung, irgendwas Musik oder so.
00:08:38: Es war ein bisschen dieses Thema A eigentlich ist doch alles gut.
00:08:41: Dieses Kind macht sich jetzt wegen sonst was, dreht das hier durch?
00:08:44: Also ich finde das sehr bedenklich, weil das Kind ja tatsächlich auch da Emotionen gerade in diesen Situationen hat.
00:08:53: als bei so einer Werbung, da fährt man irgendwo hin.
00:08:55: Da gibt's ein Fotostudio oder so für einen Modemagazin was auch immer.
00:08:58: Da ist irgendwie ganz klar eine bestimmte Rolle die man da einnimmt in bestimmtes Setting aber im Alltag wo es ja die realen Emotionen sind und die werden dann immer komisch dann nochmal irgendwo aufgenommen.
00:09:09: oder mit einem anderen Blick finde ich da macht das auch schon was.
00:09:12: also ich glaube alleine schon dass immer so ne Kamera drauf gehalten wird.
00:09:15: Also ich glaub da können wir uns alle mal so n bisschen kritisch hinterfragen selbst wenn man es gar nicht ins Netz stellt, dass es etwas macht.
00:09:21: und Kinder haben mir auch schon so ein Kamerallächeln drauf.
00:09:23: Das finde ich manchmal echt unheimlich.
00:09:25: Wenn Sie genau wissen, dass sie jetzt selbst als Kleinkind schon, wenn so eine Kamera kommt, dass Sie dann eine bestimmte Mimik aufsetzen, bestimmte Grinsen geben ... Ich glaube es macht viel mit einem.
00:09:36: Und das Bild von sich auch immer gleich sehen wollen?
00:09:38: Was ja dazu führt, dass die sich von außen wieder bewusst werden.
00:09:41: Es geht nicht um das Erleben im Moment sondern auch um die Frage wie sehe ich eigentlich geradeaus und das schon relativ klein an.
00:09:46: Aber das Thema, dass wir in der Kriminalogie eben stärker fokussieren ist natürlich auch die Frage, inwiefern werden eigentlich KidfluencerInnen auch victimisiert?
00:09:54: Inwiefern wird die Opfer von Gewalt im Netz.
00:09:57: Und da gibt es eine aktuelle Studie von Katharina Rode Abuba, die das im Kriminalogie des Online-Journal veröffentlicht hat und sich damit beschäftigt, in wiefern es zu Gewaltformen gegen KidfluenserInnen kommt.
00:10:14: Sief guckt sich da Gewalt-Formen an wo ... einzelne Menschen angreifen, indem sie digitale Medien nutzen durch E-Mails Nachrichten, Kommentare Bilder und Videos.
00:10:24: Und Sie hat sich Dokumentationen über KitfluencerInnen angesehen.
00:10:29: im deutschen Kontext also das ist kein direkter Zugang sondern medial vermittelt.
00:10:33: Fünften Stück hat sie sich da angesehen und nicht nur angesehen sondern sie auch analysiert.
00:10:37: in allen Beiträgen ging es um Mädchen als Kidflörenz erinnern und die waren immer unter fünfzehn Jahren.
00:10:43: Das war auch ein Grund für sie, dann die Sachen einzuschließen in ihre Studie weil bis dahin Arbeit eigentlich ja als Kinderarbeit gilt.
00:10:48: Sie hat eine kritische Diskursanalyse gemacht und die Machtstrukturen herausgearbeitet, die sich da in dem Bereich zeigen.
00:10:55: Und sie beschäftigt sich... unter anderem mit dem Stichwort Adultismus, so nennt man die Altersdiskriminierung von Kindern und im weiteren Sinne eben auch die Machtungleichheit zwischen Kindern und Erwachsenen.
00:11:06: Und was sie hier fokussiert ist die Beziehung zwischen den Eltern- und den KidfluencerInnen auf der einen Seite dann eben auch diesen erwachsenen Blick wo diese Machtunterschiede deutlich werden und eben auch deutlich wird wer entscheidet eigentlich über digitale Praktiken?
00:11:21: und es wird dann aber eben auch.
00:11:25: Die Eltern können diesen Zusammenhang aber durchaus, das spricht sich in der Studie an.
00:11:29: Auch die Gewalt thematisieren.
00:11:32: und auch über die Legitimierung... Sie müssen ja Strategien entwickeln, dass es okay ist, das Kind trotzdem zu zeigen.
00:11:38: und dann entwickeln sie häufig so Legitimerungsstrategien, warum sie eigentlich nicht mehr regulieren, dass das Kind im Internet sichtbar wird.
00:11:45: Demgegenübergestellt wird der kindliche Blick auf die Gewald wie damit umzugehen sei.
00:11:52: Das ist interessant, was dabei herauskommt aber vielleicht Schritt für Schritt?
00:11:56: Die
00:11:56: Ergebnisse zu Hate-Speech also Hassrede zeigen dass diese rassistisch sind, ableistisch und sexistisch.
00:12:05: oft sind das Kommentare zu den Körpern der Kinder und Eltern versuchen oft diese zu löschen bevor die Kinder sie sehen.
00:12:11: Und das zeigt so eine Grauzone.
00:12:13: nicht.
00:12:13: die Plattform müssen dafür Sorge tragen Dass die Menschen nicht beleidigt werden sondern die Älter müssen aktiv werden.
00:12:18: Es ist ja etwas was in dem Kontext sowieso oft kritisiert werden, dass Plattformen sich aus der Verantwortung ziehen.
00:12:22: Die Eltern reden sich das dann auch oft schön und sagen die Kinder würden die negativen Kommentare einfach ignorieren und sich nur mit den positiven Auseinandersetzen zählen.
00:12:30: Das hätte jetzt nicht so einen Effekt.
00:12:32: Was ich ganz interessant finde, weil wenn man selber mal die Erfahrung gemacht hat, dass irgendwer schon allein, wenn einem jemand widerspricht in einer Diskussion oder so ist ja so unangenehm und man hat das Gefühl sich danach noch rechtfertigen zu müssen bei den Leuten, die dabei waren.
00:12:44: Und da findet es interessant, dass man den Kindern das ein bisschen abspricht, dass sie es auch angreifen und sagen naja, da kommen
00:12:50: Gerade bei Kindern und Jugendlichen, wo wir wissen, dass das soziale Umfeld so prägend ist.
00:12:55: Und man ja noch gar nicht so gefestigt ist in seiner Persönlichkeit sich das noch alles viel mehr zu herzen
00:13:00: nimmt.".
00:13:00: Dann beschreibt sie was zum Thema Cyber-Mobbing zu sehen war?
00:13:04: Dass es der Unterschied jetzt zu Hate Speeches hier eben um anhaltende negative Kommentare geht.
00:13:09: und da beschrieb eine Kidfluencerin, dass ihre Mitschülerinnen zu Beginn ihres Onlineauftrittes wirklich ganz genau geschaut hätten, was sie gepostet haben... Also wie der Stichpunkt, das ist nicht nur das weite Netz und es ist eben auch der soziale Nahraum, der da mit hinguckt.
00:13:23: Und die haben dann eine Gruppe erstellt, eine Chatgruppe wo über sie gelästert wurde von der sich irgendwie mitbekommen hat.
00:13:29: Das hat dazu geführt dass sie tatsächlich nicht mehr in die Schule gehen wollte.
00:13:34: Hier macht Bruder Abuba noch mal deutlich diesen Unterschied zwischen dem Erwachsenenblick und dem Kinderblick.
00:13:40: Die Erwachsen, die sagen, naja das ist ja nur online und die reale Welt ist was anderes.
00:13:44: Aber für Kinder Das sehen wir in unserer Welt.
00:13:46: Gibt es diese Trennung zwischen digital und realer Welt so nicht mehr?
00:13:50: Die Welten sind sehr vermischt, weil sie den Alltag durchziehen wird auch so ein bisschen dem der Wind aus den Segeln genommen, was die Eltern vorher gesagt haben.
00:13:58: Nämlich wir löschen ja die Kommentare Ja aber es gibt natürlich nur bestimmte Dinge, die man löschern kann und man kann nicht die Interaktion und die Reaktion im echten Leben löschnen.
00:14:05: da ist man erstens nicht dabei.
00:14:07: das wäre auch ungesund wenn die Eltern immer mit dem Kind mitgehen würden.
00:14:09: und zum anderen ist das halt etwas was in der Realität passiert.
00:14:12: teils gibt es ja auch sogenannte reaktionsvideos also wo die original videos eingeblendet werden und dann darauf reagiert wird in einem längeren video lang genau unter die Lupe genommen, sie werden beleidigt klein gemacht.
00:14:27: Auch da ist kein Problem bewusst sein es wird irgendwie so gesagt das sind ja nur ein bisschen Scherze man macht sich halt ein bisschen über jemanden lustig ist jetzt nicht so ernst gemeint aber solcher Content wird viel geklickt es gibt viel Aufmerksamkeit und so werden Sie auch vom Algorithmus häufig abgespielt und durch diese Abwertung von anderen erhalten diese Menschen wiederum Reichweite und können so ihre finanziellen Möglichkeiten erhöhen.
00:14:49: Also es gibt insofern auch einen Anreiz, sich negativ über Menschen zu äußern.
00:14:54: Solche Sachen sind zwar zahlenmäßig klein aber können einen großen Einfluss auf die mentale Gesundheit von Kidfluencern haben.
00:15:00: Man weiß ja auch manchmal reicht ja nur ein einziger Satz den man in der Kindheit mal gehört hat, der einen bis ins Erwachsenenalter verfolgt und solchen Content, der ja nicht in den Kommentarspalten der eigenen Kinder stattfinden.
00:15:11: da haben die Eltern auch gar keinen Zugriff.
00:15:13: also denen können sie ja gar nicht so einfach löschen.
00:15:15: Und dann gibt's einen Schritt weiter noch mal in der Gewalt, wobei ich will es auch gar nicht so qualifizieren.
00:15:19: Also das glaube ich immer egal wovon man betroffen wird ist einfach schlimm.
00:15:22: eine weitere Variante der digitalen Gewalt ist dann das Cyber-Stalking dass hier noch besprochen wird.
00:15:28: Stalking als wiederholte unerwünschte Aufmerksamkeit verfolgen Belästigungen oder Überwachung die sich auf ein Individuum richtet meistens durch eine Person.
00:15:36: und die gestorkte Person hat einfach Angst und Stress und Sorge guckt sich öfter um, wenn sie aus dem Haus geht und fragt sich halt immer ist das jetzt bleibt es im digitalen Raum oder ist der Mensch auch in der echten Welt um mich herum?
00:15:48: Und ein Beispiel, das hier genannt wird ist dass unter einem Video so einen Kommentar gebracht wurde ich weiß wo du wohnst lass uns Freunde sein.
00:15:55: Das kann man erst mal sagen okay ist ja nicht so schlimm Freunde seien.
00:15:58: ok wie schlimm kannst sein aber es wird halt schon angedeutet dass jemand private Informationen über die Person hat.
00:16:05: damit spielt man auch bisschen mit der Angst dass diese Adresse ja vielleicht im Internet bekannt gemacht werden könnte.
00:16:10: also Das ist schon eine Sorge, wenn plötzlich jemand sagt, ich kenne deine Adresse.
00:16:14: Der konnte das schreiben und kann auch die Adresse schreiben.
00:16:16: Ist nicht so schwer sehen dann die gleichen Leute?
00:16:18: Ein anderes Beispiel ist es in einem Beitrag der Vater erzählt, dass tatsächlich mal Jugendliche geklingelt hätten weil sie die Kidfluencerin, also seine Tochter, sehen wollten.
00:16:28: Und der Vater sagt aber, die waren eigentlich ganz nett Es war gar nicht so schlimm, das waren so nette Jugendliche.
00:16:33: Hier scheint es als würde der Blick der Eltern über den des Kindes gestellt.
00:16:37: Für Sie ist es kein Problem Die sind ja auch älter als die Jugendlichen.
00:16:41: Da ist eine ganz klare Machtabgrenzung und sie können sagen, verschwindet einfach.
00:16:44: Aber ob das wirklich jetzt für die Tochter so unproblematisch war?
00:16:48: Weil wenn die den draußen begegnen würde, wäre sie eben nicht älTER und wäre doch vielleicht in der untergeordneten Person zumal, wenn es mehrere sind.
00:16:54: Und sie ist nur eine... Das ist so ein bisschen fraglich!
00:16:57: In einem anderen Beispiel erhielt ein Kind nachts einen Video von einem Nutzer, das ihn vor ihrem Haus zeigte.
00:17:04: Also auch da wieder das klare Signal ich weiß wo du wohnst und das hat große Angst ausgelöst.
00:17:10: Seither filme sie nicht mehr das Haus von außen aber an der Doku wird das Haus vom Außen gezeigt.
00:17:15: also es ist alles so ein bisschen widersprüchlich.
00:17:17: eine erhält sogar die Drohung Ich werde dich finden und ich werde dich umbringen.
00:17:21: Und hier geht es klar um die echte Welt also offline nicht um die welt online.
00:17:27: Aber auch wenn man ein paar Sachen von sich postet, kann man auch einfach, wenn man da Zeit investiert leicht rausfinden wo die Person ist.
00:17:33: Also welche Stadt findet man leicht raus durch ein paar Angaben?
00:17:37: Welche Schule und so weiter.
00:17:38: also das ist ja heutzutage auch nicht mehr so schwer mit dem ganzen Material und den Informationen, die so frei zur Verfügung sind.
00:17:44: Ja und so Bild suchen sowieso dann ist es eine Umgebung guckst du so ein bisschen.
00:17:49: Das ist glaube ich wirklich, wenn da jemand darauf anlegt und auch nur um Jemandem Angst zu machen oder um sich einen Spaß zu machen, kann Man das schon relativ gut nachvollziehen.
00:17:57: Eine Familie hatte einen Jahr lang einen Stalker erlebt.
00:18:00: Da wurde die Polizei eingeschaltet, das Kind war sich hier der Gefahren viel bewusster als die Erwachsenen zeigte sich also es hat ein viel höheres Gefahrenbewusstsein.
00:18:08: Das zeigten sie unter anderem daran dass tatsächlich in dieser Doku selber dann wohl das Kind den Vater wiederholt darauf hinweisen musste Dass er jetzt bitte nicht so filmt dass man das Haus sieht und er schien da umbeschwerter vorzugehen.
00:18:20: Also zeigt für mich zwei Dinge.
00:18:23: auf der einen Seite das vielleicht auch Medienbildung tatsächlich wird.
00:18:27: Man sieht hier diesen Gap, die Digital Natives.
00:18:29: Die wissen wie man mit Medien umgeht und was man von sich teilen darf, was nicht.
00:18:34: Und diejenigen in deren Leben das Internet nicht schon dabei war als sie geboren waren sind vielleicht ein bisschen unbedarfter?
00:18:39: Und die Kinder wissen aber auch, wie Sie selber suchen, was Sie selbst für Ressourcen haben, wie sie selber auf Dinge kommen und wissen dann entsprechend auch, wenn ich das reinstelle, würde ich es finden.
00:18:47: Also finden Sie anderen ja vielleicht auch.
00:18:49: Das spricht auf jeden Fall den Punkt an, den ich immer so kritisch finde.
00:18:52: Das Thema Medienpädagogik wird ja immer schnell danach gerufen was ja auch gut ist und richtig sollte Thema in der Schule sein.
00:18:58: aber da wird das ganze Problem und die Verantwortung auch so auf die junge Generationen geschoben.
00:19:04: wenig Programme, ich wüsste jetzt auch gar kein explizites Präventionsprogramm zum Thema Erwachsenen.
00:19:10: Also wie Medienpädagogik bei Erwachsern ablaufen kann und wir wissen ja das da total viel Bedarf ist auch was so Verschwörungsmythen und so anbelangt oder KI generierte Bilder dass man da sehr leicht drauf rein fällt auch in den älteren Generationen und insofern finde ich ist es immer viel zu verkürzt nur auf die Jugendlichen zu gucken Gerade an Erwachsene denken, die ja diese Verantwortung hat in diesem Kontext, den wir jetzt hier besprochen haben.
00:19:32: Aber die auch Wahlrecht einfach haben.
00:19:33: also da fehlt es für mich dran und ich glaube ist halt auch was damit zu tun dass Präventionsprojekte immer so leicht an Schulen angeknüpft werden können und Erwachsenen halt nicht in so gut sortierten Institutionen vorzufinden sind um man da halt ein bisschen kreativer vorgehen muss um sie zu erreichen.
00:19:49: In der kriminologischen Forschung ist auch immer unser Problem.
00:19:51: Wir finden die halt nicht so leicht, die Erwachsenen.
00:19:53: Deshalb ist es so viel komplizierter eine gute Dunkelfeldbefragung unter Erwachsenden zu machen als eben einer unter SchülerInnen ist immer noch schwierig genug, aber die sind wie du gesagt hast eben vorsortiert und man kann sie zumindest erreichen.
00:20:06: Man kann sie alle erreichen durch die Schulpflicht und bei den Erwachsene ist diese Möglichkeit nicht
00:20:10: gegeben.".
00:20:11: Ich frage mich gerade, wie das eigentlich ist wenn Erwachssene die Gesichter nicht zeigen?
00:20:16: Also weil da gibt es ja durchaus auch sehr viel.
00:20:18: also ich kenne viele Videos oder Influencer an Anfangsstrichen, die zum Beispiel über Erziehungssituationen sprechen oder so und ihre Kinder aber nicht zeigen.
00:20:26: Also entweder ihre Kinder gar nicht zeigen sondern nur als Eltern in der Scheinung treten und über Situationen erzählen Snackboxen machen oder sonst was.
00:20:35: Da hat man da nicht, aber trotzdem auch so ein paar Probleme vielleicht die wir jetzt hier auch angesprochen haben und dann kenne ich auch Videos wo halt die Gesichter immer verpixelt werden oder da halt irgendwas drüber gemacht werden.
00:20:46: Man könnte sich natürlich jetzt fragen naja gut wenn aber die erwachsene Person ja erkennbar ist und dann kann es natürlich auch schnell passieren, dass vielleicht jemand die kennt.
00:20:57: Also das ist irgendwie die Mutter, die da in der Klasse oder so, dass man vielleicht darüber schon über das Umfeld dann auch wieder... dass so ein bisschen aufdrösen kann.
00:21:06: Und wenn die dann über private Situationen aus ihrem Alltag mit den Kindern sprechen, sind wir eigentlich beim ähnlichen Problem.
00:21:12: Also sicherlich noch mal besser würde ich sagen nicht ganz so problematisch aber irgendwo ist man da auch... Ganz kommt man ja auch nicht aus der Nummer raus indem man die Kinder einfach nur nicht zeigt oder?
00:21:20: Und vor allem sind daher auch die gleichen Probleme.
00:21:23: also wenn die Unbedarftheit ist.
00:21:24: Ich filme das Haus von außen
00:21:26: etc.,
00:21:26: das schnelle Auffinden.
00:21:27: Das heißt letztlich wenn jetzt wirklich jemand drauf anlegt und das Haus findet Dann ist es klar, sind halt die zwei Kinder, die da rumlaufen.
00:21:33: Auch wenn er das Gesicht bisher nur verpixelt gesehen hat, ist dann aber schon klar, dass müssen diese beiden sein.
00:21:39: Man kann zumindest das Thema sexualisierte Gewalt im Internet und die Nutzung in Kreisen, die eben sexualisierte Gewalt gegen Kinder propagieren und damit ihr Geld verdienen.
00:21:49: dafür sind wahrscheinlich diese Bilder nicht geeignet.
00:21:51: also das ist ein Raum der zumindest nicht als Gefahr bedient wird, aber das andere diese Themen von wegen Auffinden das Wissen.
00:22:00: Und ich glaube, also wahrscheinlich wenn jemand in unserem Umkreis erfolgreiche Influencerin wäre dann würden wir das wissen und da würde man es schon auch zum Spaß mal reingucken.
00:22:10: Man würde auch in so einem sozialen Kreis eben dann immer mal sagen, dann würde man auch mal lesst dann wahrscheinlich und sagen was macht die denn mit ihren Kindern oder was macht sie denn hier?
00:22:17: Und warum ist das Kind denn so?
00:22:18: Also ich glaube die Probleme bleiben.
00:22:21: Das muss ja doch noch nicht mal Unterhalb des Lesterns.
00:22:25: Hast du gehört, was der gesagt hat?
00:22:27: Ich kenne z.B.
00:22:28: auch Videos, wo Mütter einblenden, was ihre Kinder diese Woche wieder gesagt haben, warum sie irgendwas ... Woran sie alles schuld sind, was eigentlich ganz lustig ist.
00:22:37: Woran Eltern so alles schulz sind oder was die gefragt werden von den Kindern.
00:22:41: Aber allein das kann natürlich auch dieses angesprochen werden darauf.
00:22:45: Vielleicht nicht einfach und ich muss sagen wir sind ja manchmal auch in der Medien durch Interviews jetzt gar nicht nur Social Media, was bei uns eher schleppend läuft.
00:22:53: Da können
00:22:55: wir noch etwas lernen von den ganzen Influencern aber ganz normale Interviews wo meine Kinder auch drauf angesprochen Weil Eltern dann irgendwo bei der Tagesschau oder sonst was ist gesehen haben.
00:23:06: Und das ist denen auch manchmal unangenehm.
00:23:08: Also ich hab schon den Vorwurf bekommen, du verbietest uns auf Social Media irgendwie... sichtbar zu sein oder bei WhatsApp ein Profilbild zu machen mit dem Gesicht.
00:23:16: Aber selbst bist du irgendwo in den Medien und dadurch werden wir gemobbt, jetzt mal so bisschen überspitzt gesagt also es ist heutzutage gar nicht so ganz einfach.
00:23:24: Ganz kommt man da wahrscheinlich aus der Nummer nicht raus?
00:23:28: Ja zumindest aus der Kitfluencer-Innennummer kann man möglicherweise rauskommen.
00:23:32: denn da sagt eben Sarah Flieder auf die Frage was kann man tun?
00:23:36: nichts und zwar im Sinne von nämlich Nicht folgen!
00:23:40: Nicht liken!
00:23:41: Nicht kommentieren!
00:23:42: Also tatsächlich diese Kanäle einfach nicht konsumieren.
00:23:45: Weil die leben ja davon, dass sie eine Reichweite haben.
00:23:47: nur so können Sie Geld verdienen nur so gibt es Interesse das weiter zu filmen.
00:23:50: und wenn man eben den Menschen folgt, dann fördert man ein Geschäftsmodell dessen Schäden man einfach noch gar nicht so richtig absehen kann.
00:24:00: Denn wie gesagt die ersten Kidfluencer-Innen aus den USA kommen jetzt zu langsam in die Öffentlichkeit und sagen das hat mir einen ganz schönen Schaden verursacht.
00:24:08: aber auch die können ja doch gar nicht absehen wie das für sie im weiteren Lebensverlauf ist.
00:24:11: Insofern ist es wahrscheinlich tatsächlich ganz schlau sich nicht mit Kidfluenserinhalten auseinanderzusetzen
00:24:19: Und damit sind wir am Ende der heutigen Folge.
00:24:21: Zusammengefasst lässt sich sagen, Kitfluencing – also das Erstellen von Content durch oder über Kinder die ihr Privatleben zeigen ist ein lukratives Geschäftsmodell.
00:24:31: Es wird in der Regel durch Eltern initiiert und sie verwalten auch die Einnahmen.
00:24:36: Die Kinder erleiden verschiedene Formen von digitaler Gewalt unter anderem Hassrede und Stalking.
00:24:41: Sie sind sich der Gefahren bewusster als ihre Eltern, die eher unbeschwert mit dem Netz umgehen.
00:24:46: Bis zum nächsten
00:24:48: Mal!
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