SKiD-Befragung
Shownotes
Dunkelfeldbefragungen geben einen guten Einblick in die Kriminalitätslage. Das Bundeskriminalamt hat vor kurzem eine neue Befragung vorgestellt: Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD). In dieser Folge stellen wir die Kernbefunde vor.
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00:00:03: Herzlich willkommen bei True Criminology, dem Kriminologie-Podcast.
00:00:07: In diesem Podcast widmen wir uns aktuellen kriminalogischen Themen.
00:00:11: Wer mehr zur Ausmaß-, Hintergründen und Ursachen von Kriminalität erfahren will, wollt gern noch mal in die Folgen eins bis zweiundfünfzig rein!
00:00:20: Ich bin Gina Wollinger, Soziologin & Krimnologin an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NAW
00:00:26: Und ich bin Nicole Bögelein, Soziologin & Kriminologin Skit, wir haben es zurzeit mit Abkürzungen.
00:00:35: Skit steht für Sicherheit und Kriminalität in Deutschland.
00:00:39: Und da ist die aktuellste Befragung jetzt veröffentlicht worden – mit Ergebnissen aus dem Jahr- ... Es handelt sich dabei um den sogenannten Victinisierungssurvey also eine Umfrage dazu wie häufig die Menschen in Deutschland Opfer von bestimmten Straftaten wurden.
00:01:00: Und dieser Survey, diese Umfrage bedurchgeführt vom Bundeskriminalamt und den Polizei der Länder.
00:01:06: Das mag auch erst mal ein bisschen überraschen weil es handelt sich um eine Dunkelfeldbefragung.
00:01:10: Wer diesen Podcast schon länger hört und gerade auf die ersten Folgen gehört hat weiß helffeldunkefeld.
00:01:15: Die Polizei macht eigentlich immer das Helfeld aber das Bundeskriminalamt hat auch eine eigene Forschungsstelle wo auch Dunkelfeltbefragerungen durchgeführt werden.
00:01:27: gemeinsam mit polizeilichkrinologischen Forschungsstellen von zehn Bundesländern in der sogenannten Bund-Länderprojektgruppe Verstetigung einer bundesweiten Dunkelfeldopfergefragung.
00:01:39: So viel zur Vollständigkeit kann man auch gleich wieder vergessen, die arbeiten aber jedenfalls zusammen bei der Entwicklung der Befragungen des Fragebogens und es gibt auch noch einen Forschungsbeirat von externen Wissenschaftlerinnen.
00:01:52: Es ist eine repräsentative Befragung, habe ich gerade schon gesagt.
00:01:56: Das heißt die haben eine Stichprobe gezogen von Menschen, Die
00:02:06: Befrauung wurde jetzt zum zweiten Mal durchgeführt und sie soll regelmäßig auch in den nächsten Jahren durchgeführt werden.
00:02:12: Und das ist eine große Chance, weil bislang kamen wir in Deutschland noch keine regelmäßigen Dunkelfeldbefragungen.
00:02:18: Wenn das aber passiert dann könnte man über das Dunkelfelt etwas über Kriminalitätsentwicklung
00:02:23: aussagen
00:02:24: und dann wäre das eine echte Konkurrenz zur PKS, zur polizeilichen Kriminalstatistik die ja so einige Interpretationsprobleme hat.
00:02:32: Genau in dem Fall würden wir uns über diese Konkurrenz sehr freuen, weil eigentlich Kriminalok-Innen seit Jahrzehnten sagen Wir brauchen sowas um wirklich sagen.
00:02:39: So können wir entwickeln sich den Kriminalität.
00:02:41: Weil mit der PKS können wir viel sagen über wie entwickelt sich das Anzeigeverhalten?
00:02:45: Wie entwickelt sich die Schwerpunktsetzung der Polizei?
00:02:47: Aber wir können wenig darüber sagen wie sich Kriminalität an sich entwickelt.
00:02:51: Die Erhebung lief so ab, man konnte per Post befragt werden oder auch online und es waren vierundzwanzigseitige Fragebogen.
00:02:59: Dazu kamen noch mal vier bundeslandspezifische Seiten in manchen Ländern und der Fragebogen lief –so nennt man das in der Sozialforschung– in vier Sprachen in Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch.
00:03:10: die Befragungen ging von Februar bis Juni zwei tausendvierundzwangzig und man hat insgesamt fast hundertsechzigtausend Menschen angeschrieben und letztlich kamen dann auswertbare Fragebögen von etwas mehr als sechzig tausend menschen zustande.
00:03:27: Und damit hat sich auch wirklich die Anzahl der Befragten noch mal verändert, es sind nämlich fünfzehntausend Menschen mehr befragt worden also in der befragung die davor war.
00:03:36: Also insofern entwickelt sich das Ganze tatsächlich
00:03:38: positiv.".
00:03:38: Natürlich kann man auch hier nicht jeden Klimatätsaspekt erfragen, den man vielleicht in seinem Leben mal so erlebt hat, sondern es sind auch wieder ausgewählte Bereiche und es ging einmal um die Wohngegend.
00:03:49: also wie sicher fühlt man sich in der Wohnung gegen den Wandisach?
00:03:53: Wie zufrieden ist man im Wahn?
00:03:55: physische soziale Unordnung war, das hatten wir ja schon mal beim Beispiel Angst wollen ein bisschen näher ausgeführt.
00:04:01: Wie findet man aber auch die Polizeiarbeit?
00:04:04: Wie ist der Polizeikontakt?
00:04:07: und vor allem haltet das Sicherheitsgefühl?
00:04:09: also wie sicher fühlt man sich im Raum?
00:04:11: inwiefern hat man Sorge bestimmte Straftaten zu erleben?
00:04:15: oder Und wie vermeidet man auch bestimmte Verhaltensweisen, um sich vor Straftaten zu schützen?
00:04:21: Und dann im Wektimisierungssaal ging es also auch darum inwiefern man geschädigt wurde durch Kriminalität mit oder ohne Gewaltanwendung und auch durch sexualisierte Gewalt.
00:04:31: Man hat dann auch nochmal nachgefragt, inwiefer man von Vorurteilskriminalität und Partnerschaftsgewalt betroffen war.
00:04:36: Außerdem – und das ist ja der echte Mehrwert von Kriminalitäts... Befragungen im Dunkelfeld wurde das Anzeigeverhalten abgefragt.
00:04:44: Also inwiefern hat man der Polizei von dem Vorfall berichtet?
00:04:47: Und was hat dafür oder dagegen gesprochen, außerdem gegen vom Tatumstände, was diese Opferwertung mit einem gemacht hat und ob man Unterstützung angenommen hat?
00:04:55: Und dann gab es noch ein paar soziedemografische Fragen also wie alt sind sie, leben Sie etc.
00:05:00: Der vorliegende Bericht zu der Befragen konzentriert sich auf drei zentrale Themenbereiche Das Aufkommen an Opfererlebnissen das kriminalstatistische Dunkelfeld und das Sicherheitsgefühl der Bürger.
00:05:12: Weitere Inhalte von Skit werden entkünftigen Publikationen behandelt,
00:05:15: also insofern dann jetzt nicht auf alle Aspekte eingehen, von denen wir gerade gesagt haben.
00:05:19: dass die abgefragt werden hat es damit zu tun, dass sie einfach nur nicht publiziert sind.
00:05:23: beispielsweise gibt's noch zum Ansageverhalten erst sehr rudimentäre Infos.
00:05:27: man weiß noch nicht was für oder gegen die Meldung bei der Polizei gesprochen hat.
00:05:30: Bei dieser Publikion kommen sich ja eine Zukunft noch weitere.
00:05:33: Dann schauen wir mal darauf wie häufig bestimmte Straftaten auftauchen, also wie häufig Personen da Opfer werden.
00:05:39: Befragt wurde so zum Zeitraum zwanzig-dreinzwanzig.
00:05:42: Hier sehen wir erst mal wenn wir uns im Bereich Eigentums und Vermögensdelikte anschauen das fast jede fünfte Person, achtzehn Prozent Seilwerkkriminalität erlebt hat.
00:05:52: Jede achte Person hat einen Liebstahl erlebt und auch ebenso jede achte person hatte eine Art von Betrug erlebt.
00:05:59: ein bisschen weniger zehn Prozent berichten dass sie eine Sachbeschädigung erlebt haben.
00:06:03: Da war zum Beispiel führend die Beschädigung eines Autos.
00:06:06: Also kommt dann wahrscheinlich zu seinem Auto und irgendwie das Spiegel ist abgetreten oder so.
00:06:11: Dann ging es zu etwas stärkere Kriminalitäten, nämlich Gewalt- und Sexualdelikte, also sexualisierte Gewalt.
00:06:17: Und hier sieht man dass verbale Gewalt außerhalb des Internets eine große Rolle spielt.
00:06:21: Jede siebte Person hat das erfahren, vierzehn Prozent.
00:06:24: Und verbale gewalt im Internet sogar weniger.
00:06:27: nur sechs Komma eins Prozent.
00:06:28: Das hat mich ein bisschen überrascht.
00:06:29: ich hätte es eher anders herum erwartet.
00:06:31: Eine Kopfverletzung haben Ungefähr drei Prozent der Menschen erlebt und davon waren Männer signifikant häufiger betroffen als Frauen.
00:06:39: Ebenso waren Männer häufiger getroffen von verbaler Gewalt eben und außerhalb vom Internet.
00:06:44: Das mag auch überraschen, dass es zwei Prozent waren die Gewalt erlebt haben.
00:06:48: Man muss dazu sagen gefragt wurde jetzt nicht jemals im eigenen Leben also nicht diese Lebenszeit prävalenz.
00:06:54: jedenfalls ist das jetzt nicht der Befund quasi auf das sich das bezieht sondern innerhalb eines Jahres.
00:06:59: aber das zeigt auch noch mal ja wenn man repräsentativ fragt und nicht ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen oder so da auch eher ein gering Wert hat dass man gewalt erlebt innerhalb von zwölf Monaten.
00:07:11: Wenn die drei Delikte jetzt von Männern häufiger erlebt wurden, ist die sexuelle Belästigung bei Frauen deutlich häufiger.
00:07:21: Die erleben die fast viermal so häufig wie Männer.
00:07:24: Sie sind insgesamt öfter betroffen von Sexualdelikten, verbaler sexuelle Belästigung im und außerhalb vom Internet.
00:07:29: körperliche sexuelle belästigungen, Vergewaltigung und zwar zu sexuellen Handlungen erleben Frauen also häufiger.
00:07:35: Insgesamt lässt sich sagen das Gewalt uns Sexualdelikte eher in jüngeren Alterskategorien auftreten und mit steigenem Alter abnehmen.
00:07:42: auch das überrascht uns nicht als Krimiologinnen.
00:07:45: das ist ein Befund den wir kennen.
00:07:47: Und man sieht dass gerade von verbaler Gewalt außerhalb des Internets bei den Sechzehn- und Siebzenjährigen mehr als jeder Dritte betroffen ist.
00:07:55: Und dann singt das Ganze kontinuierlich!
00:07:57: Das Gleiche gilt bei der Körperverletzung.
00:07:59: Auch da sind die Sechzehn- und Siebzehnjährigen am stärksten betroffen, acht Komma fünf Prozent berichten davon.
00:08:04: Bei den Achtzehn bis Vierundzwanzigjährigen berichten nur noch Fünf Komma Eins Prozent davon.
00:08:08: Und dann sinkt es wirklich kontinuierlich weiter.
00:08:11: Und bei den über Vierunachtzigjährigen sind es da noch Null Komma zwei Prozent, die von Körper Verletzungen Betroffen sind.
00:08:16: Das
00:08:16: Interessante bei den Dunkelfeld befragen ist ja auch immer das Anzeigeverhalten.
00:08:20: Das können wir ja über die Helfeldaten nicht rausbekommen, weil da wurde ja angezeigt in den allermeisten Fällen auch von betroffenen Personen.
00:08:28: Und wenn man jetzt aber hier schaut, dann zeigt sich... Hier werden von vielen Taten berichtet die gar nicht der Polizei gemeldet wurden und es gibt Unterschiede nach Geschlecht teilweise also bei verbaler Gewalt offline zeigen Männer häufiger an als Frauen nämlich fast neun Prozent während Frauen ungefähr fast fünf Prozent anzeigen.
00:08:49: Auch bei der sexuellen Belästigung ist der Anteil ähnlich in den Männeranzeigen, Frauen hier sogar noch mal niedriger, zwei Komma vier Prozent der Frauen zeigen eine sexuelle Belächtigung an.
00:09:00: Hier gab es ja vor einigen Jahren neuen Straftatbestand.
00:09:03: also wir sehen auch hier weil ihr oft immer so die der Ruf nach neuen Gesetzen auch ist nach neuen Strafen da sehen wir oft ist aber das Problem dass sie gar nicht angenommen werden das vielleicht gar nicht das ist was die Betroffenen erstmal brauchen oder das andere Hürden gibt zur Polizei zu gehen, es wird anscheinend wenig davon der Brauch gemacht.
00:09:20: Das hat mich tatsächlich ein bisschen überrascht dass Männer häufiger sexuelle Belästigungen anzeigen als Frauen.
00:09:24: ich hätte irgendwie erwartet, also auch jetzt ohne empirische Grundlage.
00:09:28: Dass Frauen sich das ehrtrauen und Männern des irgendwie peinliches zu sagen sie wurden sexualisiert belästigt.
00:09:33: insofern finde ich das spannend dass meine Erwartung hier komplett falsch lag.
00:09:37: Das ist nämlich das Wichtige an der Empirie, dass sie einfach uns zeigt was die Realität so tut und es wenig mit unseren Gefühlen zu tun hat.
00:09:43: wir sehen ansonsten bei den Anzeigequoten kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern außer Bei der Körperverletzung durch mehrere Personen ohne Waffe oder Gegenstand, kompliziert.
00:09:53: Aber ist so dieses Delikt?
00:09:54: Da zeigen nur ein Viertel der Männer an wenn ihnen das passiert und von den Frauen denen das passiert fast zwei Drittel also da sind Frauen deutlich häufiger beim Anzeigen.
00:10:04: Dann wurden auch vorurteilsgeleitete Straftaten bzw.
00:10:08: Gewalttaten erfasst, das bedeutet Vorurteilskriminalität dass jemand Opfer wird weil der Täter die Täterin die Person zuschreibt zu einer bestimmten Gruppe gegen die sich quasi die Gewalt richtet.
00:10:21: also sie haben keinen persönlichen Konflikt sondern jemand wird als queere Personen gesehen interpretiert wie auch immer und der Teter die Taterin hat da irgendwie ein Groll dagegen und richtet sich quasi mit der Tat gegen diese Gruppe.
00:10:34: Das ist so das Besondere.
00:10:35: bei dieser Vorurteilskriminalität, haben wir auch schon mal eine Folge drüber gemacht und hier werden auch Sachen zu befragt.
00:10:42: Es sind auch Sachen die man nicht aus der polizeilichen Kriminalstatistik herauslesen kann beim Helfeld sondern da gibt es die PMK-Statistik also eine gesonderte Statistik.
00:10:49: Wir können nicht alles was wir hier im Dunkelfeld haben ein zu eins natürlich mit den Helfeltdaten dann irgendwie abgleichen.
00:10:56: Und man muss hier jetzt nochmal aufpassen.
00:10:58: Hier ist nämlich der Moment, wenn man sich mit Vorteils motivierter Kriminalität beschäftigt wo die Forschung immer sagt Vorsicht Wenn man eine Bevölkerungsrepräsentative Befragung hat unterschätzt man das eigentlich systematisch weil nicht alle Menschen in einer Gruppe fallen auf die etwas zutrifft.
00:11:13: Also nicht jeder ist Teil einer vorurteilsbelasteten Gruppe und da müsste man eigentlich erst mal schauen, können die Menschen betroffen sein?
00:11:19: Und dann müsste man die Zahlen nochmal gucken!
00:11:21: Insofern wird sie in Bevölkerungsbefragungen systematisch unterschätzt weil manche eben gar nicht Ziel von Vorurteiles geleiteter Kriminalität sind.
00:11:29: Trotzdem ist die Zahl hoch.
00:11:31: fast zwölf Prozent erlebten mindestens eine vorurteil motivierte Gewalttat im letzten Jahr.
00:11:38: Ja
00:11:38: worauf hat sich... Diese Vorurteile bezogen diese Gewalt.
00:11:42: Einmal waren die Geschlechtsbezogen oder auch Bezug auf die politische Einstellung, Zugehörigkeit zu einer anderen ethnischen Gruppe – auch das kam vor – oder die Queerfeindlichkeit, dass es sich auf Homo- oder Bisexualität bezogen hat und in einem geringen Anteil hier war die Tat motiviert aus Grund der Behinderung.
00:12:04: Die
00:12:04: Anzeigequote hat variiert, je nachdem welcher Anlass für die Vorteils geleitete Gewalt.
00:12:15: Ein
00:12:36: weiteres Themenfeld ist die Partnerschaftsgewalt.
00:12:39: vier Prozent der Bevölkerung, die befragt wurden, gaben an das sie Partnerschaftsgewalt erlebt haben.
00:12:45: Wir waren Frauen eher vertreten zwei Prozent als Männer wo null Komma.
00:12:50: acht Prozent Angaben Partnerschaft Gewalt erlebt zu haben innerhalb eines Jahres.
00:12:54: Wir haben ja vor kurzem die Folge zu Lesubia aufgenommen, wo es genau um Gewalt im Partnerschaften ging und da sind die Zahlen deutlich höher.
00:13:02: Da geht es aber eben um eine Lebzeitprävalenz.
00:13:05: also ist in ihrem Leben schon mal passiert.
00:13:07: und hier geht es rum.
00:13:08: die zwei Prozent der Frauen und nur acht Prozent der Männer haben das in den letzten zwölf Monaten erlebt.
00:13:13: Ferner wurde das Anzeigeverhalten erfasst, haben wir jetzt ja schon mehrmals erwähnt, dass das ganz viel Aussagekraft dann auch über das Hellfeld hat.
00:13:21: also was ist im Hellfeld gut abgebildet?
00:13:23: Was ist weniger gut?
00:13:24: Und hier sehen wir, dass Eigentums- und Vermögensdelikte eher angezeigt werden.
00:13:28: Das passt auch an den chronologischen Allgemeinen befunden, was eher Anzeigemotiviert Gibt's Stederwohnen zur Hälfte angezeigt und fifty sechs Prozent der Wohnungseinbrüche.
00:13:39: Wobei das noch mal gestiegen ist.
00:13:41: Wenn nichts wegkam und kein Schaden entstanden ist, dann weniger.
00:13:44: Und in dem Moment, wo auch tatsächlich Schaden entstehen und was geklaut wurde, waren es fast hundert Prozent.
00:13:49: Das ist gut, dass du das sagst.
00:13:50: Ich habe auch diesen Prozentwert irgendwie so gesehen heute in den Nachrichten.
00:13:54: Irgendwo tauchte er auf und hab mich ein bisschen gewundert darüber bei Wohnungseinbrüche eigentlich immer so, dass Delictsfeld sehr viel angezeigt wird, weil es schon auch ein Delikt ist, wo die Leute meinen, das ist jetzt keinen Kavaliersdelikt alles zu viele Faktoren, die eher Anzeige motivieren.
00:14:11: Insofern ist hier die Unterscheidung auch nochmal wichtig.
00:14:13: Es gibt einfach auch Einbruchsformen, die wirklich ganz lapidar sind und nicht viel passiert als wo es vielleicht auch wirklich ein Versuch war, wo es Katze an der Tür gibt.
00:14:21: aber wenn was geklaut wird um so schwerer wird eigentlich auch angezeigt.
00:14:26: Relativ geringe ist das bei Cyberkriminalität ungefähr zwanzig Prozent also deutlich geringer als die anderen Eigentums-und Vermögensdelikte.
00:14:33: Bei Betrug zeigt ungefähr ein Viertel der Befragten an, etwas höher bei Sachbeschädigung mit thirty-four Prozent.
00:14:39: Das könnte auch was damit zu tun haben, dass man vielleicht eine Versicherung hat und sich erhofft den Schaden wieder gut geschoben zu bekommen.
00:14:50: Und bei Sexualdelikten, und das ist ein Wert den wir ja an vielen anderen Befragungen, die auch schon als sehr niedrig sehen.
00:14:56: Und immer wieder darauf hinweisen zeigen nur sechs Komma zwei Prozent der Betroffenen an.
00:15:01: Wenn man sich das mal so richtig vergegenwärtigt, dann wird auch klar Die Angaben, die wir da aus der polizeilichen Kriminalstatistik haben, sind eigentlich nichts wert weil es so eine ganz kleine Ausschnitt ist.
00:15:13: Oft werden sie doch herangezogen, gerade wenn es um die Tatverdächtigen geht.
00:15:17: die Staatsangehörigkeit geht beispielsweise, aber das muss man sich immer wieder vergegenwärtigen.
00:15:22: Über das Hellfeld können wir einfach nichts über Sexualkriminalität lernen oder erkennen.
00:15:28: Und
00:15:29: noch weniger können wir nur lernen über verbale Gewalt im Internet – über das Hellfeld!
00:15:33: Da zeigen nämlich noch wenige Menschen an, nämlich nur einen Prozent.
00:15:38: Das passt zu der sogenannten Broken Web Theorie.
00:15:42: besagt, dass die Menschen einfach die Polizei nicht als zuständig im Internet wahrnehmen.
00:15:48: Sondern eher das Gefühl haben okay hier passt sowieso niemand auf.
00:15:50: hier ist ein recht freier Raum.
00:15:51: hier kann jeder und jeder sagen und tun was er oder sie will und insofern ist es so ein bisschen nahe aufgeben, man sagt dann halt okay.
00:15:58: Dann zeige ich eben nicht
00:16:00: an.".
00:16:00: Ein weiterer Themenschwerpunkt ist das Sicherheitsempfinden gewesen die Kriminalitätsfurcht.
00:16:05: und hier sehen wir erstmal etwas was ganz oft anders kommuniziert wird nämlich dass die Menschen in Deutschland sich sehr sicher fühlen.
00:16:13: draußen vor allem tagsüber in der eigenen Wohnen Gegend haben wir ein OS-Sicherheitsgefühl wo es dann geringer wird.
00:16:20: das ist da nachts vor allem auch am bestimmten Plätzen wie Bahnhöfen Parkanlagen Und Unterschiede zeigen sich auch in Bezug auf Geschlecht.
00:16:29: Dass Frauen weniger sicher fühlen als Männer Ausnahme, eigene Wohngänge am Tag.
00:16:34: Also das muss man immer wieder sagen da wo wir im Alltag viel Zeit verbringen Fühlen die Menschen eigentlich auch sehr sicher.
00:16:40: Übrigens führt das dann zu ganz interessanten Schutz und vermeide Verhaltensweisen.
00:16:45: also fast die Hälfte der Leute weicht nachts fremden Personen aus.
00:16:49: Das ist doch ganz spannend.
00:16:51: Wenn man im Urlaub ist achten viele darauf, dass die Wohnung oder das Haus bewohnt wirkt.
00:17:00: Dann ist ungefähr ein Drittel im öffentlichen Raum besonders achtsam.
00:17:03: meide zum Beispiel den ÖPNV bei Nacht.
00:17:06: Man verlässt nachts nicht das Haus oder nur in Begleitung.
00:17:10: also das ist schon ganz spannend was da alles so passiert und wie sich das tatsächlich eben auch auf unsere unser Verhalten auswirkt obwohl man jetzt sagen kann.
00:17:18: okay aber kriminalitätsfurcht ist vielleicht auch übertrieben.
00:17:22: Ich mache jetzt nur mal eine Meinung, die man haben kann.
00:17:23: Dann können wir da gerne ... Ist doch egal, aber es ist nicht egal!
00:17:26: Weil dann eben Menschen tatsächlich sich zu Hause verschanzen und nicht mehr raustrauen in das Gefühl haben Es wird alles immer gefährlicher.
00:17:33: Also muss man schon ernst leben.
00:17:35: Jetzt hatten wir ja anfangs gesagt dass diese Befragung von zweiten Mal durchgeführt wurde mit unterschiedlichen Personen natürlich.
00:17:41: Aber der Schöne ist dabei, dass wir jetzt eine leichte Entwicklung daraus ablesen könnten.
00:17:47: jedenfalls was sich verändert hat gegenüberst gibt's.
00:17:52: Und wenn wir hier die Kerne von uns anschauen, dann sehen wir dass es eine erhöhte Betroffenheit von Eigentlichungs- und Vermögensdelikten gibt.
00:17:59: Insbesondere Datenmissbrauch am Internet, Waren- und Dienstleistungsbetrug und Angriffe im Online-Bagging.
00:18:05: also das hat zugenommen zu der Befragung im Jahr twenty-twenty.
00:18:10: Auch das übrigens hatte wieder reale Konsequenzen.
00:18:13: ungefähr siebzehn Prozent vermeiden es Geldgeschäfte im Internet abzuwickeln Und das ist spannend, wenn man sich mal überlegt was man eigentlich nicht mehr machen kann.
00:18:22: Wenn man nicht Online-Banking macht oder online Dinge bezahlt.
00:18:25: also insofern auch hier wieder reale Konsequenzen.
00:18:28: eben so verändert haben sich die Gründe von Vorurteils geleiteter Gewalt.
00:18:33: es geht jetzt stärker um dass andere anderes beschlägt andere politische Einstellung andere ethnische Gruppe der man jemandem zuschreibt.
00:18:41: Differenz ist jetzt eine kategorie die tatsächlich ganz stark gemacht wird Und es kommt ja jetzt der Interpretation von mir zu so einem in-group, out-group Phänomen.
00:18:51: Also man sorgt sich vor Fremden, dass überhaupt nichts Neues ist was total übliches.
00:18:55: aber das ist eine etwas was wir durch diese Befragungen nochmal ganz deutlich erkennen können.
00:19:01: Es zeigen sich auch mehr Gewaltdelikte und das mag jetzt verwundern, denn vor kurzem kamen die neue Kriminalstatistik heraus.
00:19:07: Sie zeigt ja einen leichten Rückgang von Gewaltkriminalität.
00:19:11: Man muss aber hier beachten erstens man kann Dunkelfeld-Befragungen nicht so eins zu eins im Vergleich mit HESELD Befragung.
00:19:17: Das war eine andere Systematisierung und es sind eigentlich auch andere Scheidräume und andere Logiken dahinter.
00:19:22: Und man muss bei der ersten Skitbefragungen auch mit bedenken dass sie in den Jahren Also zur Corona-Zeit und gerade da war Gewalt relativ niedrig, weil halt viele Kontexte in denen üblicherweise Gewalt stattfindet.
00:19:37: Feiern, Alkohol, viele Menschen, irgendwo zusammen nicht gegeben
00:19:41: waren.".
00:19:42: Und damit sind wir am Ende der heutigen Folge.
00:19:46: Zusammengefasst lässt sich sagen – die Befragung SKID, Sicherheit & Kriminalität in Deutschland ist die zweite in einer Reihe von jetzt gestarteten Dunkelfeldbefragungen des Bundeskriminalamts.
00:19:58: Ziel ist es dem Hellfeld, das von sehr vielen Verzerrungsfaktoren beeinflusst ist eine langfristige Dunkelfeldbefragung gegenüberzustellen.
00:20:08: Die Ergebnisse sind sehr interessant, weisen deliktspezifisch darauf hin dass es ganz unterschiedliche Anzeigekoten gibt und wir erfahren auch, dass das Sicherheitsgefühl in Deutschland im Allgemeinen hoch ist aber durchaus Unterschiede nach Bevölkerungsgruppen, Uhrzeiten und Orten gibt.
00:20:24: Vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten Mal!
00:20:26: Bis dahin.
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